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Gerald Asamoah ist ein echter Teufelskicker!Die meistens von euch haben vor einigen Tagen vermutlich die Meldung gelesen: Ganz nach dem Motto "Ich bin Teufelskicker!" ist es EUROPA gelungen, National-Stürmer Gerald Asamoah als Präsenter für die Teufelskicker zu gewinnen.

"Aber wer genau ist Gerald Asamoah eigentlich?" hatten wir uns vorher gefragt? Ende der 80er-Jahre in Ghana geboren, in Deutschland aufgewachsen, seine ersten Erfolge in und mit Hannover 96 gefeiert, jetzt in Gelsenkirchen bei Schalke und ein heißer Anwärter auf einen der begehrten Stürmer-Stammplätze in der deutschen Nationalmannschaft bei der FIFA WM 2006TM. So viel war bekannt, denn das sind die Fakten, die man ja überall nachlesen kann.

 

Gerald liest sich erstmal die Sprecherliste durchDie viel spannendere Frage war aber eigentlich, was für ein Mensch sich denn hinter diesen Fakten verbirgt?
Ein arroganter Superstar vielleicht?
Ein unzugänglicher Eigenbrödler?
Oder ein unzuverlässiger Typ, der außer Fußball nichts im Kopf hat?
 Es hätte da ja alle möglichen gruseligen Varianten gegeben...

Aber jetzt - nachdem ich mich mit Gerald zuerst im Oberhausener Tonstudio Tres-Ohr getroffen habe, um mit ihm seine Rolle in der 6. Teufelskicker-Folge ("Ein unheimlich starker Gegner!") aufzunehmen und wir am vergangenen Montag in Gelsenkirchen einen Teil unseres Teufelskicker-TV-Werbespots aufgenommen haben, steht fest: Mit Gerald Asamoah haben wir uns den garantiert nettesten, unkompliziertesten und mega-super-freundlichsten Nationalspieler, den es überhaupt geben kann, ausgesucht!!!

 

Gerald im Tres-Ohr-StudioDie Hörspielaufnahmen im Tres-Ohr in Oberhausen

Die Hörspielaufnahmen für Geralds Gastrolle in der 6. Folge der Teufelskicker fanden schon vor einigen Wochen statt. An einem Dienstag Abend waren Gerald Asamoah, Regisseur Carsten Wrede und ich im Oberhausener Tonstudio Tres-Ohr (www.tresohr.de) verabredet. Eigentlich hätten wir die Aufnahmen noch lieber im Hamburger "Teufelskicker"-Studio - Fährhauston (www.faehrhauston.de) und unter der Regie von Teufelskicker-Regisseur Thomas Karallus gemacht, aber Terminschwierigkeiten auf der einen- und Krankheit auf der anderen Seite verhinderten das. Und so entschieden wir uns also für den Tres-Ohr - eine Entscheidung, die wir absolut nicht bereuen mussten!

 

Gerald am MikroGerald kam an und sofort ging die Sonne auf! Einen so gewinnenden, von einem Ohr bis zum anderen reichendes Lachen kann man doch einfach nicht widerstehen. Carsten und ich dirigierten ihn dann durch seine kleine Gast-Hörspielrolle. Sicher, klar ist: Gerald ist kein Schauspieler und auch kein Hörspielsprecher, aber das war ja auch gar nicht so gedacht. Wir wollten ja, dass er sich selbst spielt und eben nicht (wie es von allen anderen Hörspiel-Sprechern verlangt wird) in die Rolle einer fremden Person schlüpft. Und als er selbst sollte er logischerweise auch so natürlich wie möglich sein und das ist ihm doch wohl perfekt gelungen, oder?

Und jede Menge Spaß gemacht hat's auch!

Im Gelsenkirchener Parkstadion

Das ParkstadionDie Hörspiel-Rolle von Gerald Asamoah war aber eigentlich nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was dann folgen sollte. Denn der Hauptgrund, warum wir uns einen Präsenter eingekauft haben, ist die Tatsache, dass wir für die Teufelskicker einen richtig schönen TV-Werbespot drehen wollten - und die Hauptrolle darin soll natürlich Gerald Asamoah spielen!

Die Kabine von SchalkeTeil 1 des Drehs sollte in einer möglichst originalgetreuen Bundesliga-Kabine statt finden. Praktischerweise ist der FC Schalke ja vor einigen Jahren in die Arena auf Schalke umgezogen. Nebenan gibt es aber nach wie vor das Parkstadion, in dem früher die Spiele ausgetragen wurden und dessen Kabinentrakt noch bis vor wenigen Wochen

von den Gelsenkirchener Profifußballern genutzt worden ist. Jetzt sind die Kabinen geräumt und stehen uns als Kulisse für unseren Dreh zur Verfügung.

An dieser Stelle vielleicht auch noch mal ein ganz großes Dankeschön an Ulli Potofski, der diesen Drehort für uns klar machen konnte und auch sonst hinter den Kulissen eine Menge nützlicher Fäden gezogen hat!

Wenn man aus Hamburg kommt und um 10:00 Uhr in Gelsenkirchen sein muss, muss man irgendwann zwischen 4:00 Uhr und 5:00 Uhr aufstehen. Aber darauf will ich lieber gar nicht näher eingehen... (gähn!)

Kamera auf DollyIn Gelsenkirchen angekommen lassen wir (das sind Rolf und Georg von unserer Agentur KB&B, die den Spot produzieren werden und Martin und Corinna von EUROPA) uns per Taxi ins Parkstadion bringen. Auf unsere Frage, was es in Gelsenkirchen denn an Sehenswürdigkeiten oder Attraktionen geben würde, muss unser netter Taxifahrer erst mal eine ganze Weile nachdenken. Dann schüttelt er betrübt den Kopf und sagt: "Gar nichts". Wir können das kaum glauben. Aber auch nach erneutem minutenlangen Nachdenken kommt unser Taxifahrer nicht weiter. "Hier gibt es nur Schalke", meint er und ein Blick aus den verregneten Scheiben bestätigt, dass er damit zumindest recht hat: Überall in Fenstern und an Balkongittern kann man blau-weiße Fahnen und Schals sehen, jede zweite Kneipe heißt irgendwas mit Schalke und auch die meisten Wegweiser zeigen in Richtung Stadion.

TestaufnahmenIn den Katakomben des Parkstadion wartet die Filmcrew dann schon auf uns. Marion Talke übernimmt heute die Regie, Markus Prumbaum wird die Kamera bedienen, Carsten Jost für die richtige Beleuchtung sorgen und Schoman Djoumma wird den guten Ton liefern und "Dolly" (dazu gleich mehr) durch die Gegend schieben. Die vier sind schon seit mehr als zwei Stunden hier und haben die ehemalige Kabine der Schalker Mannschaft schon ganz gut in Beschlag genommen.

Quer durch den Raum ist eine Metallschienenkonstruktion verlegt, auf der die oder der Dolly später laufen wird. (Ein(e) Dolly ist eine ca. 1 x 1 m große, auf extrem gut gelagerten Rädern laufende Plattform, auf der später die Kamera aufgebaut wird, so dass sie "ruckelfrei" durch den Raum bewegt werden kann.) Diverse Scheinwerfer stehen und liegen vor, auf und sogar unter den Schränken und ich kann immer wieder nur staunen, wie viel Equipment für so einen nur wenige Sekunden dauernden Dreh gebraucht wird.

SchminckzeugKerstin Zühlke, die Maskenbildnerin die Gerald gleich schminken wird, hat sich in einem Vorraum breit gemacht und testet die ungewohnt dunklen Farbtöne, die sie sich extra neu angeschafft hat, schon mal auf ihrer eigenen blassen Haut.

Dann kommt - pünktlich um 10:00 Uhr - Gerald Asamoah herein und lächelt in die Runde. Und da geht doch gleich schon wieder die Sonne auf! Er ist gut gelaunt, entspannt und ich möchte fast behaupten, dass er sogar Lust auf den Dreh hat. Während Gerald sich also zu Kerstin setzt und sich ein wenig schminken lässt (nicht wirklich schminken, sondern eigentlich nur abpudern, was bei einem TV-Dreh unvermeidlich ist, da man ansonsten glänzt wie eine Tomate!) trifft die TV-Crew die letzten Vorbereitungen: Richtet das Licht noch einmal aus, probiert, ob man hier oder da vielleicht doch lieber ein bläuliches oder ein rötliches Licht einsetzen soll, legt kleine Holzplättchen unter die Dolly-Schienen, damit die Kamera noch ruhiger laufen kann und lässt Georg schon mal den Platz, auf dem gleich Gerald sitzen wird, einnehmen, damit man sehen kann, wie sich das im Bild machen wird.

Wenn man nicht aus der TV-Branche kommt ist man immer wieder überrascht, wie lange die Vorbereitungen für so einen vermeintlich kleinen Dreh dauern können und wie viele Einzelheiten immer und immer wieder überdacht, verändert und neu eingestellt werden müssen. Wenn man diese Veränderungen dann aber auf dem Monitor (dem kleinen Kontroll-Fernseher, der während des gesamten Drehs mitläuft) verfolgt, sieht man, wie viel diese kleinen Korrekturen ausmachen können.

Während also alle fleißig und beschäftigt sind, habe ich die Zeit und Gelegenheit, mich noch mal ein wenig in diesen doch recht heiligen Hallen umzugucken... Man ist ja schon neugierig... Immerhin hat Schalke dieses Stadion und diese Kabinen ich-weiß-nicht-wie-lange seine Heimat genannt. Wenn man sich also mal überlegt, wie viele Siege hier schon gefeiert worden sind (7 x Deutscher Meister, 4 x Pokal-Sieger, 1 x UEFA-Cup-Sieger!) und wie viele Tränen hier schon nach bösen Niederlagen (die schlimmste wohl die schon sicher geglaubte und in der 93. Minute des letzten Spieltages doch noch verlorene deutsche Meisterschaft) geflossen sind... Das fühlt selbst ein St. Pauli-Fan eine gewisse Ehrfurcht!

Bis Anfang Februar 2006 sind die Kabinen und die Räumlichkeiten hier noch benutzt worden und so ist es nicht verwunderlich, dass überall auch noch die Spuren der Schalker Profis zu finden sind: Die Schränke in der Kabine sind noch mit den Namen der Spieler beschriftet und in vielen von ihnen liegen auch noch einzelne Habseligkeiten wie Autogrammkarten, Duschgel oder eine benutzte Socke. (Wie haben die Schränke nicht aus Neugierde geöffnet, sondern weil wir für den Dreh im Hintergrund einige offene Schranktüren brauchten). Auf den Schränken stehen noch ein Pokal (ein vermutlich nicht so wichtiges „Privat“-Turnier) und ein vermutlich von einem Fan gebasteltes Pappmaschee-Vereinslogo. Auf dem Flur steht noch ein Regal, in dem jeder Spieler sein eigenes Postfach hat und in dem sich immer noch die Fanpost stapelt (Gerald nimmt seinen Stapel – der der größte im ganzen Regal ist – später gleich mit). An einer Garderobe auf dem Flur hängen etliche dunkelblaue Bademäntel und mehrere Kleidersäcke, in denen sich die Ausgehanzüge der Spieler befinden. In einer Ecke liegt ein flauer Fußball. Auf der anderen Seite des Ganges befanden sich die Physiotherapieräume der Mannschaft und ich kann einen Blick in das ehemalige Arztzimmer und recht altmodische „Entmüdungsbad“ (eine Art überdimensionaler Badewanne, in die sich die Spieler – alle zusammen! – nach einem Spiel setzen, um ihre Muskeln zu entspannen) werfen.

Ich bin ja eigentlich eher ein realistischer Mensch, aber die Patina, die diese Räume haben, ist schon beeindruckend! "Drüben in der Arena haben wir es jetzt viel schicker und moderner,“ grinst Gerald.

Das Drehteam ist inzwischen mit den Vorbereitungen fertig. Das Licht ist perfekt, die Schränke hinter der Bank, auf der Gerald sitzen soll, sind so zurecht gemacht, dass sie aussehen, als würde sich hier wirklich gerade eine ganze Mannschaft für ein Bundesligaspiel umziehen und Gerald hat scheine schicke Jeans und Sweatshirt gegen sein Sportdress getauscht und einen Bademantel übergezogen, denn da die Räume nicht mehr genutzt werden, ist auch die Zentralheizung abgestellt und unsere einzige Wärmequelle ist ein an der Wand hängender Heizlüfter. Für einen doch recht großen Raum ist das schon ein bisschen zu wenig...

Der Dreh geht dann völlig problemlos über die Bühne. Gerald hat einen nicht all zu schweren Job. Er muss zuerst einen Fußball in den Händen hin und her drehen und dabei ein verträumtes Gesicht machen. Dann bitte den Kopf zurück legen und – immer noch verträumt guckend – die Augen schließen! "Nein, Gerald! Bitte nicht luschern!!“ – "Och... Ich wollte doch nur mal gucken!“ – "Noch mal bitte! Alle Auf Anfang! Kamera läuft... Dolly los... Gerald, bitte!“ So funktioniert das!

Probeaufnahmen mit GeraldIn der nächsten Szene taucht aus dem "Off“ eine Hand (Georg ist jetzt Hand-Model!) auf und zieht dem sich daraufhin erschreckenden Gerald die Kopfhörerknöpfe aus den Ohren. Erschreckt gucken ist gar nicht so einfach – jedenfalls nicht, wenn man eine wahre Frohnatur ist und immer lachen muss. Und Gerald hat ein so wunderschönes und ansteckendes Lachen, dass daraufhin jedes Mal wir alle lachen müssen. Und das wiederum bringt Gerald dazu, noch mehr zu lachen! Da Lachen gesund ist, können wir also guten Gewissens behaupten, an diesem Tag richtig was für unsere Gesundheit getan zu haben!

Schließlich noch die letzte Szene, in der Gerald eigentlich nur noch "Na klar!“ sagen muss und danach noch einmal in voller Pracht und Breite lachen darf! (Auf welche Frage das die Antwort ist, soll hier noch nicht verraten werden, denn am Montag ist ja erst der erste Teil des Spots gedreht worden. Und später werdet ihr euch hier dann auch den kompletten Spot angucken können!)

Und so haben wir dann schon bald alles im Kasten und können beruhigt wieder mit unserem Taxifahrer, dem immer noch keine Gelsenkirchener Sehenswürdigkeit eingefallen ist, zum Bahnhof und zurück nach Hamburg fahren. Gerald hingegen muss ins kalte Nieselwetter zum Training!

Ich weiß ja nicht, ob nicht vielleicht alle Nationalspieler so nett sind (was ich mir aber ehrlich gesagt kaum vorstellen kann), aber so lange ich keinen weiteren kennen gelernt habe, kann ich mit Fug und Recht behaupten: Gerald Asamoah ist der netteste Nationalspieler den man sich vorstellen kann und wir sind teuflisch froh, dass wir ihn für unsere Teufelskicker begeistern konnten!

 

Der fertige Spot

 

 

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